Was bedeuten die niedrigen Zinsen für Immobilienanlagen?

Zinsentwicklung und Ausblick 2020

von Ralf Baczewski

Noch Anfang dieses Jahres keimte die Hoffnung auf, dass die Europäische Zentralbank sich eventuell zu einer kleinen Zinserhöhung durchringen könnte. Die Hoffnungen der Sparer in Deutschland und Europa haben sich jedoch zerschlagen. Seit nunmehr gut drei Jahren liegen die Geldmarktzinsen nahe dem Nullpunkt bzw. sind negativ.

In den USA hat sich das Federal Reserve Board im Sommer sogar entschlossen, den Leitzins wieder minimal zu senken. Der Zinsanstieg aus dem vergangenen Jahr auf zwischenzeitlich 2,5 % währte damit nur kurz.

Für die Börsen wirken niedrige Zinsen wie Doping, weil andere Anlageformen wie Rentenpapiere oder ein Sparbuch schlichtweg unattraktiv sind. Doch was ist für nächstes Jahr zu erwarten? Gibt sich die EZB noch einen Ruck oder gehen die FED Leitzinsen noch weiter in den Keller? Letzteres bedeutet für Investoren an den Aktienmärkten und Immobilien weiterhin gute Aussichten.

Immobilie im Alter

Was macht die Europäische Zentralbank?

In jüngsten Statements signalisierten die Währungshüter der EZB, dass das Zinsniveau wohl noch bis Mitte 2020 auf dessen aktueller Höhe oder sich darunter bewegen könnte. Begründet wurde dies mit eher nüchternen wirtschaftlichen Aussichten für den EU-Raum.

Das insgesamt noch zu schwache Wachstum der südlichen EU-Länder in Kombination mit hoher Verschuldung, könnte mit höheren Zinsen jäh zum Erliegen gebracht werden. Hierzulande ruft die Zinspolitik bei Banken, Sparkassen, Versicherungen und insbesondere vielen Sparern, die ihr Geld in verzinsliche Anlagen angelegt haben, erhebliche Kritik vor. Verständlich, denn die Inflation zieht an, sodass das Ersparte real immer weniger wert wird.

Zinsentwicklung Prognose für FED

Noch brummt die US-Wirtschaft. Die Arbeitslosenzahlen sind niedrig, die Immobilienpreise ziehen kräftig an. Allerdings steigt auch die private Verschuldung und die virulenten internationalen Handelsstreitigkeiten lassen in manchen wichtigen Branchen dunklere Wolken aufziehen.

Um negative Folgen eines verlangsamten Wachstums zu vermeiden und Investitionen zu fördern, hat sich die Federal Reserve System (FED) erstmals seit der Finanzkrise 2008 entschlossen, das Zinsniveau wieder zurückzunehmen. Das bisherige Niveau hat aber offenbar manche Anleger eher etwas enttäuscht. Allerdings darf die FED auch nicht den Eindruck entstehen lassen, von Forderungen vereinnahmt zu werden. Es darf jedoch weiterhin mit dezenten Zinserleichterungen gerechnet werden.

Was bedeuten niedrige Zinsen für die Finanzmärkte?

Festzinsanlagen bleiben damit vorerst weiter unattraktiv. Alternativ treibt der Versuch, die Kaufkraft der Ersparnisse zu sichern, die Anleger zu höheren und spekulativeren Risiken. Bei den Bankeinlagen verdichten sich die Hinweise, dass Banken die Negativzinsen im nächsten Jahr mehr und mehr ungehemmt an die Sparer weitergeben werden.

Für die Börsen und Aktienmärkte bedeuten niedrige Zinsen hingegen eine außergewöhnlich hohe zusätzliche Liquidität und Nachfrage. Obwohl die wirtschaftlichen Belastungen auch tendenziell die Risiken eines Rückschlags steigen lassen, könnte sich die positive Börsentendenz in Ermangelung sicherer Anlagealternativen eher noch weiter fortsetzen.

Immobilien als Anlage durch den Niedrigzins interessanter

Ebenfalls die Immobilienmärkte sollten profitieren. Die Aussicht auf anhaltend niedrige Zinsen dürften den Strom frischer Anlagegelder fortgesetzt in die Immobilienanlage fließen lassen. Der Wert der Immobilien würde damit, trotz des erreichten hohen Niveaus, noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben. Sie könnten damit weiterhin höhere Attraktivität besitzen als Festzinsanlagen. Zusätzlich sollte es dem Immobilienanleger helfen, wenn sich auch weiterhin Immobilienfinanzierungen günstig gestalten lassen.

Quelle: eigene Recherche
Bildnachweis: RE/MAX Germany

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